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Bipolare Störungen bei Kindern & Jugendlichen

Der Beginn einer bipolar affektiven Störungen vor dem 10. Lebensjahr ist eher selten. Das Erstmanifestationsalter dieser Erkrankung liegt zumeist zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr. Wichtig ist, dass Kinder aus Familien in denen eine bipolare Erkrankung bereits aufgetreten ist, ein deutlich erhöhtes Risiko besitzen selbst an einer bipolaren Störung zu erkranken. Daher ist eine ausführliche Familienanamnese für die Beurteilung von fraglich manischen oder depressiven Symptomen immer von großer Bedeutung.

Grundsätzlich gelten für alle Altersgruppen die selben Diagnosekriterien nach ICD 10, durch die unterschiedliche Symptomatik bei Kindern und Jugendlichen ist aber eine frühe Diagnosestellung oft erheblich schwieriger als im Erwachsenenalter. Typische Fehldiagnosen sind z.B. ein hyperkinetisches Syndrom oder eine Sozialverhaltensstörung. Erschwerend kommt hinzu das sowohl hyperkinetische Störungen und Störungen des Sozialverhaltens in bis zu 90% bei Kinder auch gemeinsam mit einer bipolaren Erkrankung auftreten können. Die entsprechende Diagnostik gehört daher auch in die Hände von geschulten Kinder- und Jugendpsychiatern und Kinder- und Jugendpsychologen. Auch eine organmedizinische Abklärung ist bei jedem Verdacht ein Muss.

Wie sehen nun diese alterstypischen Unterschiede in der Symptomatik aus:
Vor dem 10. Lebensjahr sind manische Episoden sehr selten und meist durch eine gesteigerte Aktivität, risikofreudiges Verhalten und eine erhöhte emotionale Labilität gekennzeichnet. Bei Jugendlichen stehen hingegen eher Verhaltensauffälligkeit mit asozialem Verhalten und Drogenkonsum im Vordergrund. Weiters treten häufiger als bei Erwachsenen sogenannte psychotische Symptome, wie z.B. ein Größenwahn im Rahmen eine manischen Episode, bei frühem Beginn einer bipolaren Störung auf. Die Stimmung ist dabei meist eher gereizt als deutlich euphorisch oder depressiv, traurig, des Weiteren kommen kaum symptomfreie Intervalle vor und häufig ist mit einem raschen Wechsel zwischen „Hochs“ und „Tiefs“ zu rechnen.

Entscheidend für die Prognose ist eine frühzeitige Diagnose und damit verbunden eine ehest möglich eingeleitete spezifische Behandlung. Neben psychotherapeutischen und psychoedukativen Methoden, immer unter Einbeziehung der Eltern bzw. wichtigsten Bezugspersonen, stellen Medikamente den wesentlichen Teil einer multimodalen Therapie dar. Die zur Verfügung stehenden Substanzen sind seit Jahren im Einsatz und auch an jungen Menschen erprobt. Dazu zählen z.B. Lithium aber auch andere moderne so genannte Phasenprophylaktika oder „Mood stabilizer“, die auch ein erneutes Auftreten von Erkrankungsphasen verhindern sollen. Wichtig ist, dass keines dieser Medikamente abhängig machen kann. Die Verordnung gehört in die Hände eines erfahrenen Kinder- und Jugendpsychiaters.


Österreichische Gesellschaft für bipolare Erkrankungen