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World Bipolar Day 30. März 2015:

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Nach der Manie ist vor der Manie

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Es traf mich wie ein Blitz! Ich war zwar schon einmal im psychiatrischen Krankenhaus gewesen, doch hatte ich das einer psychischen Belastung zugeschrieben und es als einen Ausnahmezustand abgetan. Weiter hatte ich damals nicht gedacht. Keinesfalls meinte ich, eine Krankheit zu haben.

Doch dann, nach fast fünf Jahren, schlitterte ich erneut in eine Manie. Sehr rasch. Ich hatte keine Medikamente genommen und war auch nicht in psychiatrischer Behandlung. Daher schlug mich die Erkrankung nieder wie mit einer Keule.

Langsam wurde mir klar, dass ich tatsächlich eine Krankheit hatte, mit der ich nun ein Leben lang leben bzw. rechnen musste.
Eine Welt stürzte für mich zusammen.

Es schien mir damals unmöglich, mit der Angst vor dem Ausbruch einer sog. Episode leben zu können. Nein, das konnte ich nicht und wollte ich nicht! Ich haderte mit meinem Glauben, wie konnte Gott als barmherziger Vater so etwas Grauenvolles zulassen? Ich war in einen Albtraum geraten und hoffte, jeden Moment wieder aufzuwachen. Doch das geschah nicht . . .

Wie sollte mein Leben weiter gehen? Das Wort „Zukunft“ schien für mich nicht mehr zu existieren. Je mehr ich über die „bipolare Störung“ las, umso verschreckter wurde ich. Und schließlich stürzte ich ab in eine schwere Depression. Der Sinn meines Lebens war verschwunden und ich litt unter unvorstellbaren seelischen Zuständen. Der einzige Ausweg aus dieser Unerträglichkeit schien mir der Selbstmord zu sein.

Dank vieler Freunde und dank einem Bibelzitat, in dem stand, dass diese Krankheit nicht zum Tode führen würde, habe ich diese bittere Zeit überlebt.

Mittlerweile sind seit damals schon 21 Jahre vergangen. Es gelang mir, mein Leben neu zu ordnen und es auch neuartig zu leben. Durch die durchgemachten Bedrängnisse – und die auch immer wieder nötigen Spitalsaufenthalte – lebe ich heute viel intensiver als vor meiner Erkrankung. Vieles, was ich unternehme, ist für mich nicht selbstverständlich und auch dass ich einen sehr guten Kontakt zu meinen Kindern und ihren Familien habe, macht mich sehr dankbar.

Nun bin ich sehr froh, dass ich die damalige Zeit überlebt und überstanden habe. Es gelang mir, wieder einen Sinn in meinem Leben zu finden und ich kann sagen, dass ich nun trotz immer wieder auftretender Phasen ein glückliches und selbst bestimmtes Leben führe.

In einer Selbsthilfegruppe finde ich Gleichgesinnte und ich habe auch ein Netz von professionellen und privaten Beziehungen. Ich muss nicht mehr alles allein schaffen, sondern darf mir auch Hilfe holen bei auftretenden Problemen.
Was ich mir nie gedacht hätte, das ist eingetreten: Ich kann mit dieser Krankheit gut und zufrieden leben. Dafür bin ich überaus dankbar.

M.P. 1956


Österreichische Gesellschaft für bipolare Erkrankungen